Dienstag, 10. Oktober 2017

Vorstellung des Projekts auf einer Konferenz in Napkor/Ungarn

Am 06. Oktober 2017 hatten wir die Gelegenheit, die Geschichtswerkstatt auf Einladung im Rahmen einer Konferenz in Napkor/Ungarn zu präsentieren.

Die Konferenz befasste sich thematisch mit der "Bewahrung und Weitergabe von Identität". Sie wurde von der Universität Nyiregyhaza und der Landesselbstverwaltung der Ungarndeutschen Napkor initiiert.

Die acht teilnehmenden Jugendlichen stellten, nach einer kurzen Präsentation des Projektleiters Arthur Glaser, das Projekt aus ihrer eigenen Erfahrungsperspektive vor. Dabei entstand auch eine interessante Debatte mit den interessierten Besuchern. 

Die Geschichtswerkstatt hatte somit die Chance sich auch über die Grenzen Rumäniens hinaus zu präsentieren. Auf ungarischer Seite wurde großes Interesse geweckt, vergleichbare Pilotprojekte auch vor Ort umzusetzten.



Dienstag, 23. Mai 2017

Ausstellung der Geschichtswerkstatt im Kreismuseum Sathmar


Am 20. Mai 2017 wurde die Ausstellung zum Projekt: Geschichtswerkstatt "Auf den Spuren der Sathmarer Schwaben" im Kreismuseum Sathmar eröffnet. Die Ausstellung präsentierte erste Ergebnisse der Geschichtswerkstatt. Präsentiert wurden einzelne Ortsgeschichten, erforschte Familienstammbäume sowie Zeittafeln zur Geschichte der Sathmarer Schwaben. Sie war mehrere Wochen im Kreismuseum (Muzeul Județean Satu Mare) zu sehen.


Plakat zur Vernissage der Ausstellung


Die Ausstellung wurde u.a. vom deutschen Botschafter in Bukarest Herrn Cord Meier-Klodt eröffnet.


Deutscher Botschafter in Rumänien, Cord Meier-Klodt spricht zur Eröffnung der Ausstellung.

ifa-Kulturmanager Arthur Glaser führt in das Projekt und die Ausstellung ein.
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Die Direktorin des Kreismuseums Sathmar Frau Dr. Danielă Bălu begrüßt die Gäste.

Gabriela Rist, Geschäftsführerin der Deutschen Jugendorganisation Sathmar "Gmeinsam" spricht zu den Gästen.

Jugendlichen stellen Ergebnisse vor. Tamara Pescaru, Gergö Galiger, Darla Duca (am Mikrofon) (v.l.n.r.)




Die Jugendlichen werden von Frau Christel Ungar, Moderatorin der deutschen Sendung "Akzente" zur Geschichtswerkstatt für das rumänische Fernsehen interviewt.



Fotos: Melinda Kiss




























Freitag, 19. Mai 2017

Präsentation des Projektes im Rahmen der Sathmarer Deutschen Kulturatage 13.05.2017

Am Samstag, den 13.05.2017 hatten wir die Gelegenheit die Geschichtswerkstatt und erste Ergebenisse sowie Erfahrungsberichte im Rahmen der Deutschen Kulturtage einer breiten Öffentlichkeit zu präsentieren. ifa-Kulturmanager Arthur Glaser stellte den Besuchern das Projekt kurz vor. Anschließend berichteten die Jugendlichen über ihre bisherigen Ergebnisse und Erfahrungen.









Fotos: Melinda Kiss

Montag, 8. Mai 2017

Spurensuche entlang der Donau - Auswandererdenkmal der Donauschwaben

Entlang des Donauufers findet man bei genauerem Betrachten weitere Spuren zur Auswanderungsgeschichte. Auch wir wurden fündig.


Auswanderer-Denkmal am Donauufer

Mit seiner Lage, Bildersprache und Inschrift ist das Denkmal, die in Stein gehauene und in Bronze gegossene Erinnerung an eine mehr als drei Jahrunderte umfassende Vergangenheit. Es ist sowohl zum Inbegriff donauschwäbischen Selbstverständnisses als auch Teil des Selbstverständnisses der Stadt Ulm un des Landes geworden. Diese Bedeutung des Denkmals ist das Ergebnis von Entwicklungen der jüngsten Vergangenheit. Die Geschichte, auf die sich das Denkmal bezieht, ist differenzierter als die, die das Denkmal und seine Inschrift evozieren. Es ist die Geschichte von mehreren zu unterscheidenden Migrationen, ihren Folgen und deren spezifische Deutung.

Das Denkmal befindet sich außerhalb der Stadtmauern zwischen Wilhelmshöhe und Donauufer

Inschrift des Denkmals



Auf mehrere Meter hohen, aus vier Muschelkalksteinquadern zusammengesetzte Stele ist an der Front ein stilisiertes Boot angebracht. Im Boot steht ein Mann, der seinen Arm schützend um die Schultern seiner auf einem Gepäckstück sitzenden Frau legt, auf deren Schoß ein Kind sitzt. Aus dem Boot ragt ein großes, schlankes Kreuz empor. An der Stele ist die Inschrift: "Von Ulm aus zogen deutsche Siedler im 18. Jahrhundert auf der Donau nach dem Südosten Europas. Ihre Nachfahren kehrten, vom Schicksal nach dem Zweiten Weltkrieg aus ihrer Heimat vertrieben, in das Land ihrer Väter zurück."

Spurensuche in Ulm - Der Schwal: Versammlungsort der Auswanderer

In Ulm finden sich auch noch heute diverse historische Punkte, die für die Auswanderungsgeschichte der deutschen Siedler und somit auch für die Migrationsgeschichte der Sathmarer Schwaben, von besonderer Bedeutung sind.

Einer dieser Punkte ist der Schwal. Die Projektgruppe hatte auf ihrer Spurensuche in Ulm auch die Chance, den Schwal zu entdecken. Der Schwal ist die Spitze einer kleinen Insel vor Neu-Uln in der Donau.

Das Kriegerdenkmal wurde 1933 von Bildhauer Edwin Scharff geschaffen

Von hier bestiegen die Auswanderungswilligen die Schachteln und starteten die Reise donauabwärts

Der Schwal mit dem Kriegerdenkmal fotografiert vom Ulmer Ufer. Foto: Arthur Glaser
Der Schwal war der Versammlungsort für viele deutsche Auswanderer vor ihrer Abreis in die südöstlichen Gebiete Europas. Hier legten sie mit den Ulmer Schachteln Richtung Wien donauabwärts ab. Der Schwal war für lange Zeit der zentrale Aufbruchsort für eine Vielzahl von Auswanderungswilligen.

Hier fließen die "kleine" und die "große Donau" zusammen. Die Insel gehört bis zum Jahre 1802 zur freien Reichsstadt Ulm und wurde von ihr als Floß- und Schiffsgelönde genutzt. Zudem sicherte sie den Donauübergang. Im östliche Teil lag der Schwal. Nicht weit von der Insel entfernt, am westlichen Donauufer befanden sich die Werkstätten, in denen die Ulmer Schiffleutzunft die Schachteln bauten. Erst im Jahre 1930 wurdedie Insel der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Heute fungiert sie als Gedenkstätte, auf der das Kriegerdenkmal steht, welches vom bekannten Bildhauer Edwin Scharff im Jahr 1933 geschaffen wurde. Eine Tafel verrät die große Entfernung von der Insel bis zur Donaumündung ins schwarze Merr: 2586 Kilometer.

Einen Besuch der Insel ist schon wegen des wunderbaren Blicks vom bayrischen Donauufer auf die Stadtansicht Ulms wert. Im Sommer lädt sie außerdem zu Momenten der Entspannung ein.

Donnerstag, 4. Mai 2017

"Workshop zur Auswanderung" im DZM

Am 22. April bot sich der Gruppe die Möglichkeit, die bisherigen Recherchen und Eindrücke weiter zu vertiefen.

Ein Workshop zur Auswanderung mit dem Titel "Das Wandern ist....Lust" unter der Leitung von Frau Dr. Swantje Volkmann (Kulturreferentin Südosteuropa) und Jörg Zenker ermöglichte den Jugendlichen, sich in einem interaktiven, kreativen und theaterspezifischen Rahmen, noch intensiver mit der Auswanderungsgeschichte auseinanderzusetzen.

Der Workshop erfordert die Aufteilung der Gruppe in zwei kleinere Gruppen zu je 4 Personen. Beide Gruppen erhalten eine Szene, welche auf historischen Quellen basiert. Die Szenen sollen die Jugendlichen in das Zeitalter der Auswanderung entführen und ihnen ein besseres und intensiveres Verständnis der Voraussetzungen, Herausforderungen und Probleme der Auswanderer vermitteln.
Jeder der Jugendlichen schlüpft so in eine Rolle der damaligen Zeit. Die Gruppen konzipieren und improvisieren auf diesen Grundlagen jeweils eine kurze Szene, in denen sie kreativ die gemachten Erfahrungen ausdrücken.


Workshop paper
Kulturreferentin Südosteuropa Frau Dr. Swantje Volkmann mit einer Gruppe: Richard Tempfli, Edmund Majer, Kathleen Heinrich und Tamara Pescaru
Tamara Pescaru und Dr. Swantje Volkmann
Jörg Zenker mit einer Gruppe:(Gergö Galiger, Ervin Bendel, Melitta Knecht, Patrick Altfater)
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Gruppenbesprechung zum Workshop







Recherche im Donauschwäbischen Zentralmuseum Ulm (DZM)

Am 21. und 22. April führte uns das Bedürfnis nach Wissen und die Spurensuche in das Donauschwäbische Zentralmuseum.


Das Museum wurde nach einer 5-jährigen Aufbauphase im Jahre 2000 eröffnet. In seiner ständigen Ausstellung zeigt es die Geschichte der Donauschwaben vom ausgehenden 17. Jahrhundert bis in die Gegenwart. Leitgedanke bei der Ausstellungskonzeption war die Einbettung der Geschichte der Donauschwaben in den geografischen und historischen Zusammenhang des südöstlichen Europas. In einem historischen Rundgang werden in 13 Themenräumen wichtige Stationen donauschwäbischer Geschichte vorgestellt: von der Auswanderung nach Ungarn über das Zusammenleben in Dörfern und Städten bis hin zu politischen Veränderungen im 20. Jahrhundert.
Das DZM wird betrieben von der gleichnamigen Stiftung, die wiederum wird getragen von der Stadt Ulm, dem Land Baden-Württemberg, der donauschwäbischen Landsmannschaften. Es ist bundesweit das einzige Museum, das die Geschichte der Donauschwaben umfassend und auf wissenschaftlicher Grundlage darstellt.

 
Im Rahmen einer museumspödagogischen und interaktiven Führung durch die Themenräume der Dauerausstellung, ergab sich für die Jugendlichen die Möglichkeit, die Auswanderungsgeschichte und daher auch die eigene Geschichte besser nachzuvollziehen.

Anhand einer großen Landkarte wird die geografischen Migrationswellen veranschaulicht.


Zwei Jugendliche (Richard und Tamara) konnten in die Kleidung der Auswanderer aus dem 18. Jahrhundert schlüpfen.







Beleuchtete Stellwände erläutern anhand historischer Quellen  die Schicksale einzelner Auswanderer
Modellnachbau einer "Ulmer Schachtel". Sie diente als Hauptbeförferungsmittel auf der Donau

Die facettenreichen Exponate erzählen die Geschichte der Donauschwaben












Eine geografische Audiowand ermöglicht es den Besucher unterschiedliche Dialekte zu hören. Der oberschwäbische Dialekt aus unserer Region Sathmar ist ebenfalls vertreten.